1977 bis 1999 – Im letzten Jahrtausend

Das 100jährige Gründungsfest

Das hundertjährige Vereinsjubiläum mit Fahnenweihe sollte dem Anlaß entsprechend in würdigem Rahmen gefeiert werden. Deshalb scheute die damalige Vorstandschaft weder Kosten noch Mühen. Vom 22. bis 25. Juli sorgte ein abwechslungsreiches Programm dafür, daß das Fest allen Teilnehmern in bester Erinnerung blieb. Festgäste aus nah und fern gaben dem Verein die Ehre und feierten auf dem vom damaligen Kommandanten Georg Bäuml überlassenen Festplatz. Auch der Nachbar Johann Schuierer stellte seine Wiese zur Verfügung.
Es war nicht zu übersehen, daß sich das Dorf für diesen Anlaß besonders herausgeputzt hatte. Die Häuser bekamen einen neuen Anstrich, Nebengebäude und Zäune wurden instand gesetzt. Der Gartenbauverein und der Bauhof der Stadt Schwandorf unterstützten die Bemühungen in vorbildlicher Weise. Auch die altersgraue Kirche erstrahlte nach der Außenrenovierung im neuen Gewande. Das erneuerte Kupferdach des Turms leuchtete weit hinaus und kündete von festlichen Tagen.
Mit dem folgenden Prolog begrüße die Festmutter Mathilde Kopf die Gäste:

„Zum heutigen Jubiläumsfeste der Haselbacher Feuerwehr
begrüß‘ ich erst die vielen Gäste, die gaben dem Verein die Ehr‘!

Der feiert jetzt den Jubeltag von stolzen hundert Jubeljahren,
was hat der wohl an Freud‘ und Plag‘ in dieser langen Zeit erfahren?

Das Bild des heil‘gen Florian auf der Fahn‘ sei immer Vorbild dem Verein,
es möge jeder Feuerwehrmann beständig, wahrhaft, ritterlich sein.

Als Fahnenmutter will ich heften ans Banner nun das Ehrenband,
Mög’t wehrbereit mit allen Kräften zusammensteh’n stets Hand in Hand!

Und dieses Band mög‘ Euch verbinden mit jeder and’ren Löscherschar,
zusammen wollet Ihr verhindern im Lande jede Brandgefahr!“

Die damals von Dr. Klitta und Johann Diller erstellte Festschrift suchte ihresgleichen und gilt heute noch als wichtige Dokumentation der Feuerwehr- und Ortsgeschichte von Haselbach. Aber nicht nur in Wort und Schrift wurde das hundertjährige Jubiläum festgehalten, auch viele Fotoaufnahmen dokumentieren das festliche Ereignis. Darüber hinaus drehte Konrad Treu einen zweistündigen Tonfilm, der erstmals am 28. Oktober 1978 im vollbesetzen Saal des damaligen Gasthauses Sächerl vorgeführt wurde. Der Film gibt Zeugnis von der Begeisterung und von der Gemeinschaftsleistung des Dorfes.

Am Freitag nahm das Fest mit einem bunten Abend seinen Anfang. Durch den Auftritt von „Marianne und Michael“, die damals am Anfang ihrer Karriere standen, wurde er ein voller Erfolg. Am Samstag nach dem Gottesdienst und dem anschließenden Standkonzert begab sich alles zum Kommersabend ins Festzelt. Aus der Vielzahl der Geehrten ist Jakob Fleischmann hervorzuheben, der 71 Jahre Mitgliedschaft vorweisen konnte.
Die Ereignisse am Sonntag stellten alles, was sich bisher im Ort an Festen ereignete, in den Schatten. Auf der geschmückten Terrasse des Jugendheims feierte Pfarrer Kreuzer den Festgottesdienst und weihte die neue Fahne, die durch Spenden der Dorfbevölkerung finanziert worden war. 29 Vereine nahmen am Kirchenzug teil. Am Nachmittag beteiligten sich am Festzug 65 Vereine und 6 Musikkapellen. Einige tausend Besucher säumten die Straßen des Dorfes. Viele Ehrengäste und ehemalige Haselbacher waren der Einladung zum Jubiläum gefolgt. Im Festzelt gingen die Bierkrüge aus. Mit dem Auftritt der Star-Kapelle „Isar-Express“ fand das Fest am Montag einen schwungvollen Ausklang. Zur Organisation des Festes durch Peter Gleixner darf ein Satz aus den Aufzeichnungen von Johann Diller zitiert werden: „Der Ablauf des Festes vollzog sich reibungslos, die Organisation war vortrefflich!”

Neues Löschfahrzeug

Ein lang gehegter Wunsch ging 1985 in Erfüllung. Um die Einsatzfähigkeit der Wehr weiter zu gewährleisten, beschaffte die Kommune ein neues Löschfahrzeug vom Typ TSF Ford Transit. Am 21. September 1985 übergab Oberbürgermeister Hans Kraus das neue Fahrzeug. Die kirchliche Segnung nahm Monsignore Winkler vor. Kommandant Reinhold Diller bedankte sich beim Oberbürgermeister, beim Landrat Hans Schuierer und beim Stadtbrandinspektor Walter Grabinger für die Beschaffung des Fahrzeugs.

Das 115jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe

1990 gab es wieder Grund zum Feiern. Dem damaligen Vorstand Hermann Diller ist es zu verdanken, daß unsere Feuerwehr zwei Vereinsfahnen sein eigen nennen darf. Denn außer der 1977 neu angeschafften Fahne wurde noch immer die Fahne der Feuerwehr Breitenbrunn aufbewahrt. Obwohl diese in schlechtem Zustand war, erkannte der Vorstand ihren Wert und setzte sich für die Restaurierung ein. Am 15. Juli 1990 segnete Pfarrer Albert Kreuzer die Fahne beim Festgottesdienst. In diesem Zusammenhang wurde auch das 115jährige Bestehen im Rahmen eines zweitägigen Dorffestes mit 10 Vereinen in der Grauvogl-Halle gebührend gefeiert.

Feuer und Wasser

Unser Ort war schon immer vom Hochwasser bedroht. Der Haselbach muß die Niederschläge eines enormen Einzugsgebietes aufnehmen. Rings um den Ort ziehen sich Anhöhen: Im Südosten das Grainer Holz, im Süden die Harplatte hinauf zum Pustert bis Thanheim, im Westen der Dauchinger Berg, dann die Pittersberger Ausläufer mit dem Quellgebiet des Haselbaches, im Norden der Weißenberg bis zur Iferhöhe. In früheren Zeiten bildeten die großen Weiherflächen die sich, unterbrochen von Dämmen, von Haselbach bis nach Ruiding und Breitenbrunn erstreckten, eine Art Rückstaubecken. Zudem gab es kaum versiegelte Straßen, dafür eine Vielzahl von Feldrainen und Feldgehölzen, mehr Wiesen als Äcker. Das Wasser brauchte länger, bis es seinen Weg zum Bach fand. Heutzutage schwillt der Haselbach nach einem kräftigen Regen oftmals bedrohlich schnell an.
Und so geschah es auch nach einem heftigen Unwetter am 17. Juni 1986. Als am späten Nachmittag die Teilnehmer des Pfarrausflugs heimkehrten, trauten sie ihren Augen nicht. Feldwege hatten sich in Bäche verwandelt. Viele Höfe und Häuser hatten Wasser im Keller, in den Nebengebäuden und Scheunen. Das Dorf stand unter Wasser. Die Feuerwehr war ständig im Einsatz. Man sprach von einem „Jahrhundert-Hochwasser“, das so bald nicht wieder kommen würde.
Aber das Wasser kam wieder, schneller und schlimmer als je zuvor. Am Nachmittag des 1. Juli 1987 zog ein Unwetter vom Vilstal her. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus dem Bach ein reißender Fluß. Straßen, Gärten, Häuser und Wirtschaftsgebäude wurden überflutet. Sogar höher gelegene Häuser und bisher verschonte Anwesen hatten erstmals Wasser im Keller. Der Damm mitten im Dorf drohte zu brechen, Feuerwehr und THW verstärkten ihn mit Sandsäcken. Ein Dammbruch hätte für die vielen Helfer hinter dem Damm Lebensgefahr bedeutet.
Zu allem Unglück brannte durch Blitzschlag eine Scheune in Irlbach ab. Es konnte aber verhindert werden, daß das Feuer auf andere Gebäude übergriff. Als man glaubte, das Schlimmste sei überstanden, geschah das Unvorstellbare: Gegen Mitternacht zog wieder ein Unwetter über das Dorf. Gewaltige Wassermassen ergossen sich auf die wassergesättigten Fluren. Der Damm wurde überspült, die Kreisstraße war nicht mehr zu sehen. Irlbach und Dauching wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die vorher ausgepumpten Keller waren in kurzer Zeit wieder voll. In den Wohnungen reichte die schmutzige Brühe bis zu einem Meter hoch. In manchen Ställen standen die Tiere bis zum Bauch im Wasser. Straßen waren unpassierbar – und, es war Nacht!
So offenbarte erst der nächste Tag das wirkliche Ausmaß der Katastrophe. Straßen waren aufgerissen und abgetragen, Autos, Scheunen und Holzstöße weggespült. Vor den Häusern türmten sich Haufen von unbrauchbar gewordenen Möbeln und Gerätschaften. Ein Bild des Jammers. Aber es wurde schon wieder aufgeräumt, die Pumpen liefen auf Hochtouren, der Schlamm wurde aus den Häusern gewaschen. Alle halfen zusammen. Stadt und Landkreis schickten Unterstützung.
Als Reaktion auf die besondere Situation des Ortes begann im nächsten Jahr unter der Leitung des Wasserwirtschaftsamtes der „naturnahe Bachausbau“, ein Millionenprojekt. Drei neue Brücken mit größerem Durchflußvermögen wurden gebaut, der kleine Durchlaß im Damm geöffnet, die Abflußverhältnisse durch Renaturierung verbessert. Nicht glücklich war man jedoch über die Gestaltung des tristen künstlichen Betonbettes bei der Brücke an der Kreuzstraße. Durch technische Vorkehrungen allein kann man solche Wassermassen, es waren an diesem Tag 120 Liter pro qm, nicht in den Griff bekommen. Dafür sind ökologische, vorausschauende Maßnahmen in der ganzen Flur notwendig. Im Rahmen der Dorferneuerung sind sie angekündigt.

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