1915 bis 1945 - In schwerer Zeit

Aus dem ersten Weltkrieg 1914/18 kehrten neun Feuerwehrmänner nicht mehr heim. Es war dies ein Verlust, der nicht leicht aufgewogen werden konnte. Zwar wurde die Feuerwehr nach dem Jahre 1918 wieder aktiviert, doch zu stark waren die Kräfte des wirtschaftlichen Niederganges, der in der Geldentwertung und in der darauffolgenden Verarmung zum Ausdruck kam.

Dieses Zeitbild kam auch in den Bestimmungen über das Feuerlöschwesen zum Ausdruck, die 1921 der Bezirksausschuß Burglengenfeld erlassen hatte. Nicht die Erneuerung auf örtlicher Ebene stand zur Debatte, sondern die Nachbarschaftshilfe wurde propagiert. Es wurden Feuerwehrgefahrenkreise gebildet, wobei Überschneidungen zur gegenseitigen Unterstützung eingebaut wurden. Haselbach gehörte zum Gefahrenkreis Dachelhofen - Ettmannsdorf - Haselbach - Naabeck - Gögglbach - Neukirchen. Die Folge dieser Organisationsform führte 1924 zur Gründung eines Zweckverbandes der Gemeinden des Bezirksamtes Burglengenfeld für Löschhilfe mittels einer Autospritze. Als Standort wurde Burg-lengenfeld gewählt. Doch die Erfahrungen der folgenden Jahre führten zur Erkenntnis, daß fremde Hilfe nur zeitverzögert eingesetzt werden konnte. Der ureigene Auftrag schnell zu helfen, verblieb bei der örtlichen Feuerwehr.

Da setzten Brände deutliche Ausrufungszeichen für die Erneuerungsbestrebungen in der Wehr. 1930 verbrannten in einem Lagerschuppen des Gutes Sitzenhof 2000 Zentner Stroh. Im selben Jahr brannte in Haselbach ein Stadel und ein Nebengebäude im Anwesen des Johann Schwab ab. Die Feuerwehren konnten zwar das Feuer unter Kontrolle bringen, doch die herbeigerufene Bezirksfeuerwehr Burglengenfeld blieb wegen Motorschadens in Zielheim stecken. Im „Schwandorfer Tagblatt” vom 22. September 1930 wurde u.a. folgendes berichtet: „... alles Volk von Haselbach half zusammen, um das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Mit 50 Wassereimern wurde der erste Löschversuch gemacht. Der Schwandorfer Feuerwehr war es nicht möglich, nach Haselbach Hilfe zu entsenden, da ein geeignetes Löschgerät bekanntlich erst angeschafft wurde und noch nicht geliefert ist. Die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Schwandorf begab sich jedoch selbst zum Brandplatz, um eventuell anderen Feuerwehren beizustehen. (...) Mutmaßliche Brandursache: Jemand wollte einen Sack Weizen stehlen. Um Weizen von Korn zu unterscheiden, leuchtete der Dieb mit einem Streichholz. Das weggeworfene Streichholz wurde Brandursache.”

Im Jahre 1937 ging ein riesiger alter Weidenbaum im Bräuhof, ein Naturdenkmal des Dorfes, in Flammen auf. Ein Blitzschlag setzte 1941 einen Stadel im Anwesen Birzer in Brand, doch mit Unterstützung von Soldaten auf Heimaturlaub, konnten Stadel und Wohnhaus gerettet werden. 1943 brannte es in der Kindertagesstätte, die im sogenannten Schloß untergebracht war. Mit Hilfe der Feuerwehren aus der Nachbarschaft, besonders der Feuerwehr der Stadt Schwandorf, gelang es, die angrenzenden Gebäude zu sichern.
1942 legte der Kreisbaumeister einen Plan für die Errichtung eines Feuerlöschgerätehauses mit Schlauchtrockenturm vor. Der Baugrund wurde durch Tausch von der Gemeinde erworben. In den Jahren 1943/44 wurde das neue Gebäude durch die Schwandorfer Baufirmen Donhauser und Fröhler errichtet. 1943 wurden notwendige Ausrüstungsgegenstände erworben und im selben Jahr konnte endlich eine neue Kraftspritze bestellt werden. Die Kriegsverhältnisse zwangen die Lieferfirma, den Liefertermin hinauszuschieben. Schließlich erlag 1945 die Sendung einem Bombenangriff auf dem Bahnhof Augsburg.

Das Gleichschaltungsgesetz des Jahres 1933 setzte den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden ein Ende. Zwar gab es anfangs noch Vorstand, Kommandant, Gerätewart, Kassier, Melder, Sanitäter und Hornist. Doch die Einteilung der aktiven Wehrmänner in zwei Löschtrupps zu je 10 Mann mit jeweils einem Truppführer und einem Ordnungspolizeitrupp mit einem Truppführer zeigte schon militärische Züge. Im Jahre 1936 endete die Selbstverwaltung. Das Bezirksamt Burglengenfeld forderte zum 1. März 1936 von den Feuerwehren eine vorbereitete Erklärung, mit der sie sich dem Ortspolizeiverwalter unterstellen mußten.

Der Vorstand war nun ernannter Führer einer Polizeitruppe geworden und dieser hatte die weiteren Chargen zu bestimmen. Das „Führerprinzip“ wurde auch auf die Feuerwehr ausgedehnt. 1938 erging das Gesetz über das Feuerlöschwesen, der Feuerwehr-Verein wurde aufgelöst. Seit 1939 wurden Leistungswettkämpfe angeordnet.
Schon schien die Rezession durch die jungen Mitglieder überwunden, da brach der Zweite Weltkrieg aus. Leise kündigte er sich schon durch das Luftschutzgesetz im Jahre 1935 an. Die Sirenen auf dem Dach des Schulhauses, in Irlbach und in Dauching lösten den Hornisten als Alarmmelder ab. Einberufungen zum Wehrdienst lichteten die Reihen der Wehrmänner, die Lücken wurden durch Angehörige der Hitlerjugend geschlossen.

1942 erschienen die Richtlinien über die Brandbekämpfung bei Fliegeralarm, 1943 mußten die Ausrüstungsgegenstände mit grauer oder schwarzer Tarnfarbe versehen werden. Als endlich die Waffen schwiegen, wurde es offenbar: die FFW Haselbach hatte fünf aktive Wehrmänner zu beklagen. Die Anzahl der Gefallenen und Vermißten der Gemeinde war aber sehr viel größer.


Die Aktiven im Jahr 1932
Hintere Reihe: Treu Josef, Sperl Georg, Plab Michael, Birzer Michael, Merl Josef, Schwab Peter, Beer Heinrich, Siml Johann, Schuster Franz, Müller Erhard, Bäuml Michael.
Mittlere Reihe: Schmaus Franz, Bauer Michael, Reindl Johann, Pirzer Johann, Birzer Josef, Schmaus Kaspar, Fleischmann Georg, Maierhofer Josef, Obermeier Josef, Grauvogl Anton.
Vordere Reihe: Pirzer Josef, Hölzl Jakob, Schmid Michael, Straller Josef, Winter Sebastian, Singer Josef, Sächerl Karl, Lautenschlager Josef, Fleischmann Georg.

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