1946 bis 1976 - Von der Nachkriegszeit bis zur Hundertjahrfeier

Nach Kriegsende übte die Militärregierung die Dienstaufsicht über die örtliche Feuerwehr aus. Das alte Feuerlöschgerätehaus war noch vorhanden und das neue Haus stand leer. Im Einvernehmen mit den Bürgern nutzte der Gemeinderat dieses Gebäude für Lagerzwecke, ja sogar als Leichenhaus. Die Raiffeisenkasse stellte schließlich den Antrag, das Gebäude als Getreidelagerhaus zu kaufen. Der Kreisfeuerwehrinspektor mußte sogar die Militärregierung einschalten, um einer Zweckentfremdung des Gebäudes zu begegnen. Als im Juni 1945 das alte Feuerlöschgerätehaus verkauft wurde, dachte man auch daran, den Schulstadel als solches zu verwenden.
Zu aller Überraschung traf 1946 die bereits 1943 bestellte Kraftspritze aus Augsburg ein und wurde im neuen Gerätehaus untergebracht. Noch im selben Jahr bestand dieses Gerät seine Bewährungsprobe beim Brand des Obermeier-Stadels. Das Feuer vernichtete sämtliche Ernte-, Holz- und Kohlenvorräte, alle Gerätschaften, sowie die Getreidereinigungsanlage der Raiffeisenkasse. Das angrenzende Feuerlöschgerätehaus mit dem Schlauchtrockenturm, das Siml-Haus und das Kramer-Anwesen waren in höchster Gefahr. Zusätzlich zur erstmals eingesetzten Motorspritze bildeten Männer und Frauen Eimerketten. Nach vier Stunden war die Gefahr für die umliegenden Häuser abgewendet.
Im Inventarverzeichnis dieser Zeit werden angeführt: die neue Motorspritze, die alte Handspritze aus dem Jahre 1906, Schlauchmaterial und Feuerwehrgeräte mit einem Gesamtwert von 5800 Reichsmark. Im Jahre 1948 wurde das Gerätehaus an das elektrische Lichtnetz angeschlossen.
Nach Erlaß des Entnazifizierungsgesetzes im Jahr 1946 wurden die Verhältnisse durchschaubarer. Die Feuerwehren konnten wieder wirksam werden, sobald eine Bestätigung der Militärregierung vorlag. Doch wurde diese erst erteilt, wenn der Vorstand und die Feuerwehrmänner mit Rang das Sieb der Entnazifizierung passiert hatten. Auch das Tragen von Uniformen ohne nazistische Abzeichen durch Mitglieder der Feuerwehr wurde genehmigt. Doch Klarheit schuf die Militärregierung erst mit dem Gesetz Nr. 41 über das Feuerlöschwesen.
Die Bayerische Verfassung des Jahres 1946 verwies den Feuerschutz in den Wirkungsbereich der Gemeinden. Man kehrte zurück zum vereinsmäßigen Aufbau der Feuerwehren, denen die Gemeinden die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen hatten. Dieser Standpunkt wurde auch nicht durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahre 1949 angetastet, das kein Bundesbrandschutzgesetz vorsieht. Als vordringliche Aufgaben ergeben sich für die FFW die Durchführung von Notstandsmaßnahmen und der vorbeugende Brandschutz.
Im Jahre 1960 mußte Nachbarschaftshilfe angefordert werden. Damals war im Wohnhaus Nr. 31 des Valentin Straller Feuer ausgebrochen. Drei Strahlrohre wurden eingesetzt. In kurzer Zeit brachte die herbeigeeilte Schwandorfer Feuerwehr ihre ganze Spritzkraft zum Einsatz. Das Feuer konnte eingedämmt werden, die Nebengebäude blieben erhalten, doch das Wohnhaus wurde zum größten Teil zerstört. Kohlenselbstentzündungen in der Mathiaszeche, Waldbrände in der Buchleite, im Pustertwald, im Greinerholz, in der Holzau und mehrere Brände von Nebengebäuden konnten schnell gelöscht werden.
1962 wurde der Ankauf einer neuen Motorspritze mit Anhänger beschlossen und 1964 geliefert. Der Schlauchtrockenturm erhielt im Jahre 1971 ein neues Dach. Auch die so oft in die Debatte geworfene Wasserfrage konnte durch die eigene Wasserversorgungsanlage zufriedenstellend gelöst werden. Mit der Ausrüstung der Ortsfeuerwehr konnte man zufrieden sein. Im Jahr 1977 stand die Wehr mit 92 aktiven Mitgliedern bereit.
Der Vertrag zwischen der Gemeinde Haselbach und der Stadt Schwandorf aus Anlaß der Eingliederung der Gemeinde Haselbach in die Stadt Schwandorf aus dem Jahre 1972 änderte nichts auf dem Gebiete des Feuerwehrwesens. Der § 13 lautet: „Die Stadt Schwandorf i. Bay. ist damit einverstanden, daß die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Haselbach als Ortsfeuerwehr weiter bestehen bleibt. Aufwendungen und Zuschüsse werden künftig von der Stadt Schwandorf i. Bay. so gewährt, daß die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr gewährleistet bleibt.”

 

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